»Unter Tieren« von Elfriede Jelinek: In den eigenen Darm gestopft Elfriede Jelineks neues Stück „Unter Tieren“ feierte bei den Salzburger Festspielen Uraufführung und zerlegt mit Witz und Wurstgeruch die Logik von Finanzmarkt und Fleischkonsum. Regisseur Nicolas Stemann lässt das Burgtheater-Ensemble den sperrigen Text mit Spiellust und kabarettistischem Timing inszenieren, wobei die Fabel zwischen Kalauer und Grausamkeit wechselt und im Finale KI-Figuren wie Peter Thiel, Claude und ChatGPT als kaltes Gegenmodell auftreten. Am Ende wirkt die kollektive Fehlbarkeit des Menschen gegen die frostige Maschinenwelt fast tröstlich. Elfriede Jelineks neues Festspiel-Stück „Unter Tieren“ zerlegt in Salzburg mit Witz, Wucht und Wurstgeruch die Logik von Finanzmarkt und Fleischkonsum. Zunächst lässt Nicolas Stemann den Abend als ironisches „Textumsetzungs-Experiment“ anlaufen, in dem Tiere wie Fuchs, Hase oder Schwein staunend auf die Menschen blicken und deren System aus Gier, Raubbau und Billionen-Bullshit sezieren, während das Burgtheater-Ensemble den sperrigen Text mit Spiellust, Musik und kabarettistischem Timing auf Sendung bringt. Dann kippt die Fabel immer wieder vom Kalauer in die Grausamkeit, besonders in den langen Schlachthaus-Szenen der Schweine, die das Publikum zwischen Lachen, Beklemmung und latentem Würstel-Ekel festnageln und Jelineks große Parallele freilegen: Wertschöpfung und Wortschöpfung funktionieren beide als elegante Behauptungsmaschinen. Im Finale wird noch die KI als kaltes Gegenmodell ins Bild geschoben, wenn ein animierter Peter Thiel sowie Claude und ChatGPT ein körperloses Theater simulieren dürfen, was so demonstrativ glitchig und blutleer gerät, dass selbst diese Satire fast schon mit dem Holzhammer podcastet. Am Ende landet der Abend trotz aller Systemkritik bei einer überraschend warmen Pointe: Der Mensch ist zwar das problematische Tier im Raum, aber gegen die frostige Maschinenwelt wirkt seine kollektive Fehlbarkeit plötzlich fast tröstlich. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Täuscht der Eindruck, oder gingen die Schweinswürstel nach der Vorstellung nicht mehr so gut weg wie davor? Zu schwer lag dem Publikum das Stück im Magen, das den Konsum von Finanz- wie Fleischprodukten gründlich madigmachte. Man musste beinahe mit den Wurstverkäufern Mitleid haben, die so verloren am Grill im Theater-Innenhof standen wie eben noch der KI-animierte Peter Thiel auf der Bühne. Unter Tieren heißt das neue Werk von Elfriede Jelinek, das jetzt bei den Salzburger Festspielen Uraufführung hatte, und ja, es geht da animalisch zu.