Mehrfach hatte Papst Leo XIV. die Piusbrüder gewarnt: Wenn ihr ohne päpstliche Zustimmung Bischöfe weiht, werdet ihr exkommuniziert. Der Papst erinnerte die erzkonservative Bruderschaft daran, dass sie eine große Verantwortung für die Gemeinschaft trage: »Ich bitte, auch das spirituelle Wohlergehen der Gläubigen zu berücksichtigen«, schrieb er Ende Juni in einem Brief an die Führung der Piusbruderschaft. Einmal aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, könnten die Piusbrüder auch keine Sakramente mehr erteilen, »die die Gläubigen doch so lieben und brauchen«. Ihre Priester könnten dann weder Paare trauen noch Beichten abnehmen – nichts davon würde mehr anerkannt. Doch die Warnungen des Papstes verhallten. Am vergangenen Dienstag weihte die Priesterbruderschaft St. Pius X. – so lautet ihr offizieller Name – vier Bischöfe. Und prompt wurde die gesamte Gruppe [per Dekret aus dem Vatikan
exkommuniziert](https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-07/piusbruderschaft-bischofsweihe-vatikan-exkommunikation-gxe). Die Begründung: Verstoß gegen das kanonische Recht. Die exkommunizierte Piusbruderschaft ist eine winzige Minderheit innerhalb des Christentums. Aber ihre politische Bedeutung wächst.