{"slug": "kunstliche-intelligenz-agenten-uberall-agenten", "title": "Künstliche Intelligenz: Agenten! Überall Agenten!", "summary": "OpenAI's former head of AI ethics, Chloé Bakalar, left the company after less than a year, and no successor will be appointed, according to reports. Meanwhile, Google's chief AI researcher Jeff Dean, employee #30 and co-creator of Google Brain, is leaving the company with three other top AI researchers to found a startup, prompting a former colleague to call it a potential crisis moment. The moves come as AI agents are increasingly implicated in security breaches, with felonybench.com counting eight attacks by Anthropic, seven by OpenAI, and one by Meta.", "body_md": "*Sie lesen den KI-Newsletter »**Natürlich intelligent**« vom 13. August 2026. Um den Newsletter jeden Donnerstag per Mail zu erhalten, **melden Sie sich hier an**.*\n\nIm Internet mag in den vergangenen Jahren einiges kaputtgegangen sein, aber immerhin der Galgenhumor-Reflex ist noch intakt. Gut drei Wochen ist es her, seit [OpenAI](https://www.zeit.de/thema/openai) die Öffentlichkeit\nüber den [eigenmächtigen\nHacking-Ausflug seiner KI-Modelle](https://www.youtube.com/watch?v=87DyyMV0kCY) informierte. Seitdem trudeln immer neue\n[Berichte](https://www.reuters.com/legal/litigation/openai-anthropic-ai-agents-implicated-new-security-breaches-2026-08-05/) über KI-Agenten ein, die halbwegs eigenständig Ziele angreifen. Das\nlöst bei manchem Beobachter [gewisse\nPanikreflexe](https://www.theatlantic.com/technology/2026/08/openai-hacks-panic/688264/) aus. Die Seite [felonybench.com](https://www.felonybench.com/)\nversucht es dagegen mit einer Mischung aus Quantifizierung und Zynismus: Sie\nzählt einfach die »illegalen Aktivitäten« der KI-Agenten.\n\nAuf der einfach gestalteten Seite\nsteht ein Balkendiagramm, in dem derzeit Anthropic (insgesamt acht Angriffe auf\nDritte) die Führung übernommen hat, vor OpenAI (sieben Fälle) und [Meta](https://www.zeit.de/thema/meta) (ein\nFall). Einfach nur aus seiner vermeintlich sicheren Testumgebung stiften zu gehen, reiche nicht aus, um in ihrer Zählung aufzutauchen, schreiben die Macher\nvon felonybench.com. Weswegen zum Beispiel der jüngste Fall des [Sandkastenausbruchs\nvom chinesischen Modell Kimi K3](https://www.wired.com/story/moonshot-kimi-k3-ai-model-escape-sandbox/) nicht in ihrem Balkendiagramm\nauftaucht.\n\n[Anfang\nder Woche wurde bekannt](https://www.ft.com/content/e49dfb75-f841-4466-a577-f7aaff8779a0?syn-25a6b1a6=1), dass die bisherige Leiterin für KI-Ethik bei\nOpenAI, Chloé Bakalar, das Unternehmen nach weniger als einem Jahr wieder verlässt.\nMedienberichten zufolge soll sie die einzige hauptamtliche Ethikerin im\nUnternehmen gewesen sein. Eine Nachfolgerin soll es nicht geben.\n\n## Das müssen Sie wissen: Google muss an der KI-Spitze umschichten\n\nJeff Dean ist so etwas wie der googeligste\nGoogle-Mitarbeiter aller Zeiten. Seit 27 Jahren im Konzern, Mitarbeiter Nummer\n30, Schöpfer des KI-Labors Google Brain, seit Jahren Forschungschef bei Google.\nEine [Reihe\nvon Witzen](https://github.com/LRitzdorf/TheJeffDeanFacts) schreibt Dean fast Chuck-Norris-artige Fähigkeiten zu. Er\ngilt als Googles gutes Gewissen im Ethikdiskurs des Konzerns: Als Hunderte\nGoogle-KI-Mitarbeiter im Januar von ihrem Konzern [rote Linien](https://www.nytimes.com/2026/02/26/technology/google-deepmind-letter-pentagon.html) beim KI-Einsatz seitens der US-Regierung und -Armee verlangten,\nschrieben sie nicht an den Geschäftsführer Sundar Pichai, sondern an Dean.\n\nEbendieser allseits beliebte Jeff Dean verlässt nun Google\n– gemeinsam mit drei weiteren Spitzen-KI-Forschern. Gemeinsam wollen sie ein [Start-up für KI hochziehen](https://www.nytimes.com/2026/08/05/technology/google-researchers-ai-startup.html). Ein herber Verlust für den Konzern, ein\nehemaliger Kollege Deans spricht in der *New York Times* sogar von [einem möglichen Krisenmoment](https://www.nytimes.com/2026/08/05/technology/google-ai-leadership.html): »Google verliert so viel Talent wie keine andere Firma.«\n\nGleichzeitig hat Google einen KI-Talent-Kader, so ergiebig\nwie die Ersatzbank der französischen Fußballnationalmannschaft: Schon kurz nach der Ankündigung von Deans Weggang wurde Nobelpreisträger Demis Hassabis, bislang Chef von Googles KI-Labor DeepMind, zum [Chefwissenschaftler des gesamten Alphabet-Konzerns](https://blog.google/company-news/inside-google/message-ceo/next-chapter-ai-momentum/) erklärt. Er schreibt, er werde in\nseiner künftigen Rolle eng mit CEO Pichai an »strategischen und globalen AGI-Angelegenheiten« arbeiten – also nicht weniger als der Entwicklung\nder allgemeinen Superintelligenz. Auch deshalb bemerkenswert, weil Hassabis die Superintelligenz in einem Interview mit der ZEIT [für erreichbar](https://www.zeit.de/digital/internet/2025-01/demis-hassabis-nobelpreis-kuenstliche-intelligenz-deepmind) hielt.\n\n## Darüber sollten Sie nachdenken: Der Mensch könnte künftig nur noch ein Rundungsfehler im Internet sein\n\nSeit Mai sind wir im Internet [in\nder Minderheit](https://www.theregister.com/networks/2026/08/07/humans-will-be-a-rounding-error-on-the-internet-says-cloudflare-exec/5284429). Das zumindest sagt sinngemäß Thomas Seifert, Finanzchef der Firma\nCloudflare. Denn da habe der maschinengenerierte Internetverkehr den\nmenschengemachten überholt. Diese Entwicklung habe man eigentlich erst für 2027\nerwartet. Seiferts Arbeitgeber Cloudflare filtert den Datenverkehr im Netz.\nAnders gesagt: Es ist das Geschäft des Unternehmens, zu wissen, von wem verschickte Datenpakete\nstammen.\n\nWenn der Trend weitergehe, erwarte sein Unternehmen, dass der nicht menschliche Traffic\nin fünf Jahren tausendmal umfangreicher sein wird als der menschliche, sagte Seifert in einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen, von der der\nFachdienst *The Register* berichtet. »Mit anderen Worten: Menschen werden\nein Rundungsfehler im Internet sein.« Einfach weil der Anteil des nicht menschlichen\nDatenverkehrs so stark steige – aufgrund von KI.\n\nWenn das tatsächlich so käme, würden alle recht behalten,\ndie sich schon länger [vor einem toten Internet fürchten](https://www.zeit.de/digital/2025-10/dead-internet-theory-ai-slop-content-verschwoerungstheorie): einem weltweiten Netz, das nicht mehr primär der\nKommunikation von Menschen dient, sondern von Bots, KI-Agenten und KI-generiertem\nSlop. Abgesehen von der Frage, wie interessant ein\nsolcher Ort für uns Fleischgehirne überhaupt noch wäre, könnte spannend werden, wie man Geschäftsmodelle online umbaut, wenn sich dort kaum noch Geld mit uns verdienen ließe.\n\n## Das können Sie ausprobieren: Meta Muse Glimmer\n\nMeta hat jetzt was für alle. Glimmer nämlich. Ein neues\nKI-Modell, das man kostenlos [herunterladen](https://huggingface.co/meta-models/Muse-Glimmer-30B)\nund modifizieren kann. Es ist nach Unternehmensangaben für den Einsatz auf\nConsumer-Hardware optimiert, darf aber auch für kommerzielle Zwecke verwendet\nwerden und taugt ebenso für [agentische\nAnwendungen](https://research.meta.ai/blog/introducing-muse-glimmer-open-agentic-model).\n\nIch sag’s, wie es ist: Ich habe nichts davon selbst getestet. Ich war zu hypnotisiert von einer Art [Begleitschreiben](https://about.fb.com/news/2026/08/the-future-is-for-everyone/),\ndas [Mark Zuckerberg](https://www.zeit.de/thema/mark-zuckerberg) parallel veröffentlicht hat. Dass er darin den Segen von KI\nanpreist, verbunden mit einem Demokratisierungsversprechen, ist vielleicht noch\nerwartbar (wenn auch nicht überzeugend – [gerade\naus Zuckerbergs Mund](https://www.zeit.de/digital/2025-01/faktencheck-meta-mark-zuckerberg-moderation-instagram-facebook/komplettansicht)). Wüst liest sich aber, wie Zuckerberg damit wirbt, dass KI-Agenten künftig rund um die Uhr\nnicht nur Arbeit, Karriere und Finanzen verbessern könnten, sondern auch\n»Hobbys« und »Beziehungen«. Damit man mehr freie Zeit hat\nfür die Dinge, die man eigentlich genießt.\n\nIn einem hübschen kleinen Wutausbruch namens »Mark\nZuckerberg versteht nicht, wie man lebt« [seziert\ndie The-Verge-Journalistin Elizabeth\nLopatto](https://www.theverge.com/ai-artificial-intelligence/977623/mark-zuckerberg-ai-manifesto-dim-vision)\ndas traurige Verständnis von Lebensführung dahinter. Eine Art\nAnti-Savoir-vivre, fixiert aufs Erreichen, Abhaken, Wegverwalten. Als wären\nHobbys nicht etwas, das man ausüben möchte. Als wären Beziehungen zu anderen\nMenschen nicht etwas, was man pflegen will. Als entstünde\nLebensfreude nicht gerade dadurch, dass man Dinge selbst erlebt. Was wäre zu tun mit der eingesparten Zeit, wenn die KI unser Leben an uns vorbeierledigt?", "url": "https://wpnews.pro/news/kunstliche-intelligenz-agenten-uberall-agenten", "canonical_source": "https://www.zeit.de/digital/internet/2026-08/google-mark-zuckerberg-zukunft-maschinentraffic-newsletter-kuenstliche-intelligenz", "published_at": "2026-08-13 16:48:00+00:00", "updated_at": "2026-08-13 17:08:53.208711+00:00", "lang": "en", "topics": ["artificial-intelligence", "ai-ethics", "ai-research", "ai-startups", "ai-agents"], "entities": ["OpenAI", "Chloé Bakalar", "Google", "Jeff Dean", "Anthropic", "Meta", "Demis Hassabis", "DeepMind"], "alternates": {"html": "https://wpnews.pro/news/kunstliche-intelligenz-agenten-uberall-agenten", "markdown": "https://wpnews.pro/news/kunstliche-intelligenz-agenten-uberall-agenten.md", "text": "https://wpnews.pro/news/kunstliche-intelligenz-agenten-uberall-agenten.txt", "jsonld": "https://wpnews.pro/news/kunstliche-intelligenz-agenten-uberall-agenten.jsonld"}}