# KI-Gigafactory: EU startet Milliardenprojekt für sieben KI-Gigafactories

> Source: <https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-07/ki-gigafactory-eu-kommission-infrastruktur-rechenzentren>
> Published: 2026-07-30 11:40:39+00:00

Die Europäische Kommission hat Ausschreibungen für den Aufbau von bis zu sieben Großrechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz bekanntgegeben. Die sogenannten AI-Gigafactories sind Teil einer Strategie, die [europäische KI-Infrastruktur ](https://www.zeit.de/digital/internet/2025-02/ai-act-eu-gesetz-kuenstliche-intelligenz)auszubauen und den Zugang zu Hochleistungsrechnern für Unternehmen, Wissenschaft und öffentliche Stellen zu verbessern. Bis zu zehn Milliarden Euro sollen dafür aus öffentlichen Mitteln der [EU](https://www.zeit.de/thema/europaeische-union) sowie der teilnehmenden Mitgliedsstaaten bereitgestellt werden.

Weitere 20 Milliarden Euro sollen von privaten Investoren kommen, sodass sich das Gesamtvolumen des Programms auf mehr als 30 Milliarden Euro beläuft.

Eine erste Ausschreibung umfasst den Angaben nach vier Projekte, die zu
jeweils 500 Millionen Euro mit EU-Mitteln gefördert werden. Weitere drei
Projekte sollen noch leistungsstärker sein und jeweils eine Milliarde
Euro aus Brüssel bekommen. Die beteiligten EU-Staaten, darunter die fünf
einwohnerstärksten ([Deutschland](https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2026-04/kuenstliche-intelligenz-ki-anwendungen-unternehmen-schulungen-gxe), Frankreich, Italien, Spanien und
Polen), geben jeweils vergleichbare Summen dazu.

## EU will gegenüber USA und China Boden gutmachen

Mit den AI-Gigafactories möchte die Europäische Union im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz gegenüber den [USA und China](https://www.zeit.de/digital/internet/2026-06/chinesischer-supercomputer-usa-newsletter-kuenstliche-intelligenz) aufholen. Die Rechenzentren müssen in der EU errichtet werden und bestimmte
Souveränitätskriterien erfüllen. Gleichwohl hat die EU Vereinbarungen mit
den US-Herstellern AMD, Nvidia und Qualcomm über die Lieferung von
Prozessoren unterzeichnet.

Das langfristige Ziel ist, über
genügend Chips aus heimischer Produktion zu verfügen und letztlich die Abhängigkeit von [US-Tech-Konzernen ](https://www.zeit.de/digital/2026-07/open-secure-ai-alliance-cybersicherheit)wie
Microsoft, Google oder Amazon zu verringern. Die geplanten
Rechenzentren sollen moderne KI-Prozessoren, Cloud-Technologien,
Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und energieeffiziente Infrastrukturen
zusammenführen.

Deutschland möchte sich einen Teil der großen Fördersumme sichern. Erste Pläne, wichtige deutsche Tech-Unternehmen gemeinsam in einer Art Deutschland AG antreten zu lassen, scheiterten jedoch, auch weil SAP und Siemens sich bei ihren Interessensbekundungen stark zurückgehalten hatten. Nun treten verschiedene Akteure aus Deutschland getrennt voneinander an und stehen damit auch im Wettbewerb untereinander – darunter die Deutsche [Telekom](https://www.zeit.de/thema/deutsche-telekom), Schwarz Digits und die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Mutterkonzern von Lidl und Kaufland), der Cloud-Anbieter Ionos, der
zusammen mit dem Baukonzern Hochtief auftritt, sowie verschiedene
kleinere und regionale Akteure wie Impossible Cloud oder Blue Swan.
